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Architektur
Architektur

Das Tantris. „Exotisch“ und „fremd“ sagt Professor Justus Dahinden, Architekt aus Zürich, der es 1971 erbaute, so sollte es sein, jenes Restaurant, welches sich der Münchner Bauunternehmer Fritz Eichbauer „nur so zum Vergnügen“ erdacht und errichtet hat.


Justus Dahinden


Eigentlich erinnert das „Tantris“ in seinem raffiniert geschneiderten Beton und Blech-Kleid, das sich zur Raummitte hin hebt und schichtet, an eine kleine moderne Kirche. Verständlich: Justus Dahinden hat sein Leben lang Kirchen gebaut.
Wer das „Tantris“ betritt, wird sich womöglich nicht ganz sicher sein, wo er sich denn nun befindet: in der Hölle, irgendwo im unwirtlichen Münchener Norden? Oder im Himmel? Also in einem autistischen Pop-Bunker der frühen siebziger Jahre, in dem die Sehnsucht nach Plastik und Mondflügen irgendwie zu Form und Funktion erstarrt ist? Oder in einem wundersamen Gefüge aus einer perfekt organisierten Raumlandschaft, aus stimmigen Proportionen, angenehm behütender Stofflichkeit, aus warmen Farben, Siebziger-Styling, aus einem perfekten Ineinander von Dichte und Weite, von barocker räumlicher Großzügigkeit und intimer Verschwiegenheit? Wenn die Architektur der ungeliebten siebziger Jahre irgendwo beweisen kann, welche Qualitäten in ihr stecken, wie zweckentsprechend und zugleich sinnlich-suggestiv sie sein kann: dann hier, im „Tantris“.


Für die Renovierung des Tantris wurde 2002 kein geringerer als Architekt Stefan Braunfels engagiert.


Stefan Braunfels


Einmal mehr steht nun der - von Anfang an umstrittene Sichtbeton - für Justus Dahindens Ernsthaftigkeit der Absicht.
Braunfels ließ im Gartensalon Teppichboden und Decke erneuern, eine Spiegelwand anbringen und eine Lichterschlange aus 360 Leuchtstäben montieren. Die weiteren Räume folgten und Ende 2004 erstrahlte das gesamte Restaurant in neuem Glanz – ohne seinen ursprünglichen Charakter verloren zu haben. www.braunfels-architekten.de

 

Bruno Weber, phantastischer Realist und Architekt seiner Träume. Die Wurzeln des heute gut 70-jährigen Künstlers und Begründers des phantastischen Realismus liegen in der Malerei. Für das Tantris hat er Fabelwesen geschaffen, die zu einem zentralen Element der Inneneinrichtung gehören. Nähere Informationen unter www.bruno-weber.com


Bruno Weber